Bordetella pertussis / B. parapertussis


Direkter Erregernachweis:


  • Nachweismethode: Molekularbiologischer Nachweis mittels RT-PCR

  • Target: IS 481 (B. pertussis) IS 1001 (B. parapertussis)

  • Erreger / Infektionskrankheit: Bordetella pertussis / B. parapertussis

  • Untersuchungsfrequenz im Labor: Innerhalb 24 - 72 h

  • Indikation: Keuchhusten

  • Untersuchungsmaterial für die PCR: Nasopharyngealabstrich (s. Abb 2) (Die PCR ist nur für nasopharyngeale Abstriche validiert)

    • Tiefe Nasen- und tiefe Rachenabstriche können versucht werden, dies kann zu Sensitivitätsverlusten im Vergleich zu nasopharyngealen Abstrichen führen

    • Rachenabstriche und vordere Nasenabstriche sind suboptimal für die Diagnosestellung.

  • Benötigtes Probengefäß: Für Abstriche: Spezialtupfer (s. Abb 1.) erhältlich in der Apotheke als Sonderanforderung: Bezeichnung: Flex. Gedrehter Alu-Watteträger (Mastaswab MD590, Fa. Mast Diagnostica)

  • Benötigter Anforderungsschein: Mikrobiologie

  • Sonstige Bemerkung: Ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. Ein positives Ergebnis ist nicht beweisend für das Vorliegen einer floriden bakteriellen Infektion, da mit PCR-Verfahren auch DNA von nicht mehr vermehrungsfähigen Erregern erfasst wird.

  • Zusatz: Meldepflicht! Nach § 7 IfSG(link is external). Meldepflicht Nach § 6 IfSG(link is external) ist vom behandelnden Arzt zu prüfen.

DNA-Nachweis mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) (= Methode der Wahl !)

Material für die PCR sollte am besten in der Frühphase der Infektion (3-4 Wochen; bei Säuglingen und Ungeimpften innerhalb 0-3 Wochen) nach Hustenbeginn entnommen werden. Nach der 4. Hustenwoche nimmt die Pertussis-DNA-Menge rasch ab.

Die PCR-Untersuchung erfordert keine vitalen Erreger und ist deshalb auch nach begonnener Antibiotikatherapie (<5 Tage) möglich.

Die Probeentnahme mittels Nasopharyngeal-Abstrich erfolgt unter Verwendung spezieller Tupfer (s. Abb. 1)

Die exakte Durchführung ist für das Ergebnis von ausschlaggebender Bedeutung  (siehe Abb 2)

Der Tupfer wird transnasal ein- und im unteren Nasengang zum Nasopharyngealraum geführt, wo mit einer drehenden Bewegung Sekret aufgenommen wird. Dies macht  den Einsatz eines flexiblen Tupfers (Kunstfasertupfer auf flexiblem Aluminiumdraht) nötig. Kontakt mit der übrigen   Schleimhaut (z.B. im Bereich der Nasenvorhöfe) ist nach Möglichkeit zu vermeiden. Der Nachweis erfolgt mittels PCR, daher ist ein Röhrchen ohne Medium zu verwenden und das Befeuchten des Tupfers mit NaCl zu unterlassen.

Bei bereits länger bestehender Symptomatik ist die serologische Untersuchung auf B. pertussis-AK vorzuziehen.

Indirekter Erregernachweis


  • Methode: ELISA / Immunoblot
  • Material: Serum
  • Transportgefäß: Serummonovette
  • Lagerung: zeitnaher Transport ins Labor, ansonsten 4°C

Hinweis: im ELISA erfolgt nur die Untersuchung auf Antikörper gegen das Toxin. Die Untersuchung wird 1x/Woche durchgeführt. In dringenden Fällen nach Rücksprache (Serologie-Labor).